12.1.2012 | RTS Blog | Jörg Dambacher
\ 2012: Herzlich Willkommen im Jahr der Apokalypse!
Irgendetwas hat sich verändert im Land der Dichter und Denker. Wären wir bis vor kurzer Zeit angesichts der Zukunftsaussichten, die uns für dieses Jahr 2012 von den Medien täglich um die Ohren geschlagen werden kollektiv in tiefe Depression versunken, sehen wir uns das Ganze momentan milde lächelnd an und leben einfach fröhlich weiter. Und mal ehrlich: Was sollen wir sonst auch tun? Nachdem die Euro-Krise, wie die meisten von uns, über Weihnachten und Neujahr ihre wohlverdiente Verschnaufpause eingelegt hatte, ist sie seit 9. Januar als Bedrohung wieder voll im Dienst. Exakt seit Frau Merkel und Herr Sarkozy sich getroffen haben, um darüber zu sprechen.
Vielleicht sollte die Bundeskanzlerin mit der Finanzkrise ähnlich verfahren wie mit Christian Wulff? So tun, als ob eigentlich gar nichts passiert wäre und dann ganz langsam von ihr abrücken. Am Ende steht der Euro total alleine da mit seiner Krise und tritt zurück. Oder wird zurück getreten, wie man das vielleicht mit dem Bundespräsidenten machen sollte. Soll er doch einfach mal in dem hässlichen Kasten wohnen, den er sich auf äußerst fragwürdige Weise finanziert hat. Dort kann er dann mit seiner schönen Frau in aller Ruhe die 400 Journalistenfragen diskutieren, die eigentlich doch niemanden interessieren, oder? Gut, bis auf eine: Muss man bei Frau Schausten wirklich 150 Euro berappen, wenn man bei ihr übernachten will? Und welcher Service ist in diesem Preis genau inbegriffen?
Vielleicht sollten wir uns jetzt schon mal darum bemühen, vom 20. auf den 21. Dezember 2012 bei ihr nächtigen zu dürfen. Schließlich geht nach dieser Nacht die Welt unter und ob wir dann was bezahlt haben oder nicht und welche Farbe das Nachthemd von Frau Schausten hat ist schließlich und endlich auch vollends egal. Genauso egal wie die Rezession, die uns nach dem Boomjahr 2011 jetzt und unmittelbar und sofort in diesem Jahr überfallartig heimsuchen wird. Steht zumindest so in der Zeitung.
Und was lernen wir jetzt aus dem Ganzen? Vielleicht, dass wir tatsächlich etwas gelernt haben. Zum Beispiel, dass wir uns von den diversen Untergangsszenarien nicht mehr so verrückt machen lassen. Vielleicht sind das die positiven Auswirkungen der Weltwirtschaftkrise von 2009. Wir gehen mittlerweile gelassener um mit derartigen Perspektiven. Ende 2008, zum Zeitpunkt der Lehmann-Pleite sind alle noch panisch auf die Bremse getreten und irgendwie ging nichts mehr. Und jetzt? Machen wir erst mal weiter. Anstatt uns lustvoll im Schlamm der düsteren Zukunftsprognosen zu suhlen steht Business as usual. Besonnen und unaufgeregt. Das Jahr könnte ja auch ganz andere Perspektiven bieten. Die Eurozone bekommt die Krise in den Griff. Deutschland holt den Europameistertitel im Fußball. Der 22. Dezember findet entgegen allen Erwartungen auch 2012 statt. Und an Silvester stoßen wir mit Champagner an und das Jahr war insgesamt gar nicht so schlecht. Das kann man übrigens auch in der Presse lesen, erste Ausgabe des Spiegel in diesem Jahr: Die Heilkraft des Optimismus. In diesem Sinne: RTS Rieger Team wünscht Ihnen allen ein gesundes und erfolgreiches 2012.
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